Ladungssicherung im Gerüstbau

Arten der Ladungssicherung (Sicherungsmaßnahmen)

Im letzten Artikel haben wir Sie über die äußeren Einflüsse der Ladungssicherung informiert… hier möchten wir Ihnen nun die verschiedenen Arten der Ladungssicherung vorstellen, das wären die formschlüssige und kraftschlüssige Verfahren und das Niederzurrverfahren, welches beim dem kraftschlüssigen Verfahren verwendet wird.

 

Formschlüssige Verfahren

Das formschlüssige Verfahren beschreibt sich durch das Festsetzen an der Stirnwand, Verkeilen der Ladung, Diagonal-, Schräg- bzw. Horizontalzurren und Umreifungszurren. Ein typisches Beispiel für formschlüssige Ladungssicherung in Gerüstbaubetrieben ist das Festsetzen von Rahmen an der Stirnwand mit Stahlrohren und Kupplungen.

 

Kraftschlüssige Verfahren

Beim kraftschlüssigen Verfahren wird hauptsächlich das Niederzurren verwendet. Hierbei wird durch die Einleitung von Vorspannkräften aus dem Zurrmittel das Ladegut auf die Ladefläche gepresst. Durch den zusätzlichen Anpressdruck wird die Reibungskraft erhöht.

 

Niederzurren in der Praxis

 

Niederzurrverfahren… was ist das?

Für den sicheren Transport von Gerüstmaterialien ist die Bildung von Ladeeinheiten einer der wichtigsten Voraussetzungen. Um Einzelgüter, wie Rahmen, Modulstiele, Rohre, Seitenschutzteile und Bohlen im Niederzurrverfahren auf der Ladefläche zu sichern, wird durch die Bildung von Ladeeinheiten die Stabilität der einzelnen Teile sichergestellt. Als Hilfsmittel können hier einteilige Zurrgurte oder Umreifungsbänder eingesetzt werden.

 

Zurrpunkte

Zurrpunkte sind Befestigungseinrichtungen an einem Fahrzeug, an denen ein Zurrmittel direkt befestigt werden kann. Der Unternehmer muss überprüfen, ob Anzahl, Lage und Belastbarkeit der Zurrpunkte für seine geplanten Transporte ausreichend sind.

 

Bildung von Ladeeinheiten mit Umreifungsbändern

 

 

Zurrmittel

In Gerüstbaubetrieben wird als häufigstes Zurrmittel der Zurrgurt eingesetzt, bestehend aus synthetischen Fasern.

 

Zurrgurte sind kennzeichnungspflichtig. Die Kennzeichnung der Zurrgurte ist schwerer, da hier sehr viele Abkürzungen aus dem Englischen verwendet werden.

 

Der „LC-Wert“ (Lashing Capacity) ist die größte Kraft, die ein Zurrgurt im geraden Zug aufnehmen kann. Er ist für das Direktzurren (diagonal, schräg und horizontal) zu berücksichtigen.

 

Für das Niederzurren ist der STF-Wert von entscheidender Bedeutung. Er beschreibt die Vorspannkraft mit der die Ladung auf die Ladefläche gepresst wird. Er erhöht somit Reibungskraft zwischen Ladegut und Ladefläche.

 

Wann dürfen Zurrgurte nicht mehr verwendet werden, wann sind sie ablegereif?         

 

Zurrgurte dürfen nicht…

  •     geknotet werden
  •     beim Zurren verdreht werden
  •     gekürzt werden
  •     bei Ladegütern mit scharfen Kanten oder rauen Oberflächen ohne Kantenschutz verwendet werden

 

Spannelemente (Ratschen)…

  •     müssen nach dem Spannvorgang arretiert werden
  •     dürfen nicht auf Biegung beansprucht werden
  •     und nicht mit Verlängerungen angespannt werden

 

Vor der der Benutzung sind Zurrmittel durch den Fahrer und Verlader auf augenfällige Mängel zu prüfen. Regelmäßige Prüfungsintervalle sind in der Gefährdungsbeurteilung festzulegen und durch eine befähigte Person durchzuführen. Bewährte Praxis ist, die Zurrmittel einmal jährlich auf sicherheitstechnische Mängel zu prüfen. Die Prüfung ist zu dokumentieren.

 

 

Fotos von VR Arbeitssicherheit

 

Literatur:

1)     Broschüre Ladungssicherung auf Fahrzeugen der Bauwirtschaft (Herausgeber Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft)

2)     Abbildungen / Tabellen, die durch VR Arbeitssicherheit im Gerüstbau erstellt wurden, sind als solche gekennzeichnet, ihre Inhalte wurden teilweise aus den vorgenannten BG-Regeln entnommen.